Der Ehrenpräsident des ÖFV verstarb
im 100. Lebensjahr.
Kurt Igler wurde am 6. Jänner 1911 in Wien
geboren und absolvierte dort die Schulzeit bis
zur Matura. Nach Absolvierung einer Landwirtschaftsschule
in der Schweiz kam er 1932
als Praktikant zur Liechtenstein’schen Forstverwaltung
nach Kalwang, 1934 als Aushilfe
zur bekannten Fischzucht Hinterer.
1935
praktizierte er in verschiedenen Fischzuchten
in Deutschland und Dänemark, absolvierte
einen Fischereikurs in Starnberg und heiratete
Margarete Hinterer. Systematisch baute er
den Betrieb aus und machte ihn trotz vieler,
vor allem kriegsbedingter Rückschläge zu
einer der führenden Forellenproduktionsstätten
Österreichs. Nach der Übergabe des Betriebes
in Kalwang an seinen Sohn Klaus bewirtschaftete
Ing. Igler den Pachtbetrieb in
PERSONALIA
Andritz- Ursprung und
errichtete
eine weitere
Anlage in unmittelbarer
Umgebung.
Kurt Iglers
Engagement
ging aber
weit über seinen
Betrieb
und seine Familie
hinaus.
Er gehörte zu
den Gründungsmitgliedern
der Genossenschaft
Österreichischer Forellenzüchter
(1959), aus der der Verband Österreichischer
Forellenzüchter hervorging, dem er
von 1960 bis 1993 als Obmann vorstand. Von
1958 bis 1993 war er auch Obmann des Landesfischereiverbandes
Steiermark, von 1970
bis 1986 Präsident des Österreichischen Fischereiverbandes.
Kurt Igler gab sein umfangreiches Wissen und
seine große Erfahrung gerne weiter. Er bildete
nicht nur in seinen eigenen Betrieben zahlreiche Facharbeiter und Meister aus, sondern
auch als Vortragender bei Kursen und Fortbildungsveranstaltungen,
nicht zuletzt auch in
seinem Praxisbuch über Forellenzucht, das
nun schon in 6. Auflage weit verbreitet ist.
Auch als Sachverständiger war Ing. Igler in
unzähligen Verfahren tätig, bei der Erstellung
von Richtlinien für die Einheitswerte von
Fischzuchtbetrieben, bei der Erstellung der
Roten Liste bedrohter Tierarten in Zusammenarbeit
mit dem Joanneum und vieles, vieles
mehr!
Kurt Igler bekleidete viele Ämter, darunter
auch Superintentialkurator der Evangelischen
Kirche der Steiermark, und führte viele dieser
Arbeiten bis ins hohe Alter aus. Die Kraft dafür
und für die Überwindung persönlicher
Schicksalsschläge lag sicherlich auch in seiner
tiefen Religiosität und im Rückhalt seiner
großen Familie. In dieser eingebettet und liebevoll
umsorgt, verbrachte er auch seine letzten,
von Krankheit geprägten Lebensjahre.
Unter großer Anteilnahme wurde Ing. Kurt Igler
am 4. Mai 2010 am Evangelischen Friedhof
in Unterwald am Schoberpass zur letzten
Ruhe gebettet.
Wir werden diese große Persönlichkeit der
österreichischen Fischerei stets in Erinnerung
behalten! Albert Jagsch |